Jüdischer Friedhof in Hřivčice-Pflanzendorf
Besuchen Sie eine der größten jüdischen Friedhöfe in Nordböhmen

Die Geschichte des jüdischen Friedhofs in Hřivčice

August 2016

Gegründet wurde der Friedhof wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, im Jahre 1837 wurde er noch erweitert. Die Gesamtfläche beträgt 5025 m². Auf dem ehemaligen Friedhof befinden sich auf der Fläche von 3163 m² etwa 400 Grabsteine, darunter viele barocke und klassizistische. Die ältesten stammen aus dem Jahr 1687. Laut anderen Angaben gibt es den jüdischen Friedhof zwischen den Dörfern Hřivčice und Vrbno nad Lesy bereits seit dem Jahr 1732. Laut dem Grundbuchamt (Grundstück 208) ist der historische Eigentümer die israelitische Bestattungsbrüderschaft für Hříškov und Umgebung. Der gegenwärtige Besitzer ist die Jüdische Gemeinde Teplice. Die Fläche des jüdischen Friedhofs – der ehemaligen Grabstätte beträgt - 3163 m² die mehr als der örtlichen Friedhof - 1361 m².

Auf vielen Sandgrabsteinen befindet sich die ursprüngliche hebräische Schrift, die oft durch Symbole wie Sterne, Hände und traditionelle Lilienblüten ergänzt wird. Auf einigen Gräbern werden ebenfalls Grundinformationen in Latein aufgeführt. Die jüngsten Grabsteine, bereits oft aus Granit, sind gut lesbar. Zum Beispiel der Grabstein von Alois Propper, eines Metzgers aus Vraný, aus dem Jahre 1906, oder des Frederick Lederer aus Hříškov von 1931. Es sind hier Personen aus Slavětín, Hříškov, Peruc, Hořešovice, Vraný und weiteren Gemeinden aus der breiten Umgebung begraben. Aus lesbaren Inschriften ist zu sehen, dass hier die letzten Bestattungen in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts stattfanden. Laut historischen Karten führte zum Friedhof auch ein Weg von Vrbno nad Lesy in Richtung zum Kreuz an der Bahnlinie. Dieserverschwand durch die von Feldern. Derzeit befindet sich der einzige Zugang zu dem Friedhof von der Gemeinde Hřivčice, der auf dem Parkplatz in der Nähe des jüdischen Friedhofs endet.

Nach dem Jahr 1918 war in der Region Perucko die jüdischen Gemeinde so sehr in die Majoritätsgesellschaft integriert, so, dass viele ihrer Angehörigen auf dem Gemeindefriedhof beerdigt wurden, wodurch die Bedeutung dieses Bestattungsortes zurückging. Während des 2. Weltkrieges (nach der Shoah) ist die jüdische Gemeinde hier praktisch erlöscht. Nach dem Jahr 1939 wurde der ehemalige Friedhof vernachlässigt, bis er allmählich verwilderte. Die Gräber und Grabsteine wurden jedoch nur vereinzelt ausgeraubt. Ende des 20. Jahrhundert war der Friedhof in verkommenen Zustand, über die auf den Boden liegenden Grabsteine wuchsen Büsche und Gestrüpp.

Um die Rekultivierung bemühte sich im Jahre 2000 die Apostolische Kirche Chomutov, die Missionsstation Černčice in Zusammenarbeit mit der Tschechoslowakischen hussitischen Kirche und der Religionsgemeinschaft Peruc (deutsch Perutz).

Auf dem 60 Jahre ungepflegten Friedhof begann die Entfernung von Büschen. Diese Aktivität wurde jedoch beendet und im Jahre 2008 war der Friedhof erneut verwildert.

Eine Reportage auf der Internetseite von Peruc weckte im Jahr 2008 das Interesse der Jüdischen Gemeinde Teplice. Es gelang eine Zusammenarbeit mit Bürgern aus Peruc zu vereinbaren, die binnen eines Jahres fast den ganzen Friedhof von den meisten Anflughölzern säuberten. Diese Zusammenarbeit wurde 2009 und 2010 fortgesetzt. Es wurden einige vertrocknete Bäume gefällt, kontinuierlich Gras gemäht und Anflughölzer entfernt.

In Rahmen der I.-IV. Projektphase wurden erneut mehr als 30 erhaltene Grabsteine aufgestellt, kontinuierlich die Grünfläche rekultiviert und gepflegt. Darüber hinaus wurde der Friedhof mit einer Informationstafel über die Geschichte des jüdischen Friedhofs versehen und in Hřivčice Wegweiser aufgestellt, die die Besucher der Region auf diese Sehenswürdigkeit aufmerksam machen.

Derzeit wird das Projekt der Rekultivierung des jüdischen Friedhofs in Hřivčice vom Vereinfür Wiederherstellung jüdischer Denkmäler in Peruc, der Anfang 2015 gegründet wurde, realisiert. Finanziell wird das Projekt von der Stiftung für Opfer des Holocausts, der Europäischen Organisation ESJF und dem Arbeitsamt des Aussiger Bezirks unterstützt.

Es wurde die Aussenmauer des Friedhofs aus Mergelstein komplett renoviert, darunter Ein neues Eingangstor aus Holz mit Metallelementen – Davidsternen. In Zusammenarbeit mit einem professionellen Steinmetz Unternehmen hat Holocaust Mahnmal IN MEMORIAM mit den Nahmen von 17 ermordeten jüdischen Einwohnern von Peruc.

Das Denkmal wird in dem rekonstruierten Andachtsraum, der ehemaligen Leichenhalle des jüdischen Friedhofs aufgestellt. Es wird so zur würdevollen Erinnerung an die ermordeten jüdischen Bürger der Gemainde.

Ziel des Projekts ist es ebenfalls die Öffentlichkeit an die rassische und religiöse Toleranz zu erinnern. Die Wiederherstellung des Friedhofes ermöglicht es, dieses Memento auch für künftige Generationen zu erhalten, so dass dieses Grauen nicht in Vergessenheit gerät.

Webseiten zum Thema Holocaust (Shoah) Geschichte der Juden in Perutz

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